Virtueller Rundgang durch die Herz-Jesu-Kirche

 

Wenn Sie eine Kirche betreten, so durchschreiten Sie ein Tor oder eine Tür - Jesus Christus sagt von sich:

Ich bin die Tür, wer durch mich hindurch tritt,

der kommt zum Leben.

 

 

Wenn Sie beim Hereingehen die Gestaltung
der Eingangstüren nicht beachtet haben,
so sollten Sie dieses beim Hinausgehen nachholen.

 
 
 
 
 

 

Die Türen sind eine Kupfertreibarbeit nach
einem Entwurf von Pfarrer Alfons Bechtold
und geben Auszüge aus dem Psalm 42 wieder.

 

Über dem Haupteingang befindet sich außen ein Stein-Mosaik
mit der Darstellung des Christus als Pantokrator, d.h. der Weltenrichter.

 
Wenn Sie eine Kirche betreten, dann überschreiten Sie ein Schwelle
- sie ist ein Symbol für das Hinüberschreiten "näher" zu Gott hin,
der Aufmerksamkeit erwartet und Aufmerksamkeit schenkt.
 
 
 

Eine weitere Schwelle führt in den Altarraum, d.h. "noch näher" zu Christus. Im Altarraum handeln Menschen im Auftrag Christi. Sie wirken mit, wenn die Gemeinde der Gläubigen Gottesdienst feiert "zu seinem Gedächtnis".

 

 
 Wenn wir uns jetzt in den Kirchenraum "das Kirchenschiff" hineinbegeben, so entdecken Sie, dass die Bankreihen der Gläubigen alle in eine Richtung geordnet sind

.

 

Der Blick der Gemeinde ist nach Osten orientiert, d.h. die Gläubigen erwarten gleichsam Jesus Christus dort, wo die Sonne aufgeht - Jesus, das Licht der Welt.

Der Blick geht nach vorne, der Altar und das Altarbild werden sichtbar.

 

Wenn wir uns dem Altar durch den Mittelgang nähern,
so sehen Sie das Email-Kreuz - freihängend über dem Altar.
Im Zentrum das Symbol des auferstandenen Christus:
Das"Osterlamm".

 

 

Tabernakel (lat. = Zelt) ist das Gehäuse zur Aufbewahrung
des eucharistischen (des verwandelten) Brotes.
Damit verbunden ist die rechts angebrachte rote "Ampel",
das Ewige Licht. Dieses Licht brennt zum Zeichen der Verehrung,
aber auch des Segens, der von diesem Ort ausgeht.

 

Es ist geprägt von zwei Achsen.
Die vertikale Achse verläuft in der Mitte von der
Decke bis zum Tabernakel, die waagrechte Achseumspannt
den ganzen Raum von links bis rechts.

 
 
 
 

Weiter nach rechts erkennen wir Abraham der auf
Gottes Weisung weggeht aus seinem Stammland
und von Gott die Verheißung erhält,
dass er ihn in das Gelobte Land führen wird.
Dort wird sein Volk leben können und seine Nachkommen
werden so zahlreich sein "wie die Sterne am Himmel".

 

Im Bild rechts vom Tabernakel sehen wir
Jesus im Kreise seiner Jünger beim Abendmahl.
Gott offenbart sich hier im Fleisch und Blut Christi
in den Gestalten von Brot und Wein.

 
 
 
 

Dieses Kreuz ist ein Werk von Prof. Schrage, Werkkunstschule Wuppertal aus dem Jahre 1963. Hinter dem Altar sehen wir den Tabernakel, ebenfalls ein Werk aus der Wuppertaler Kunstwerkschule.

 
 

Der Tabernakel wird umrahmt vom Altarbild,
das den ganzen Raum der Halbrund-Apsis einnimmt.
Dieses Altarbild wurde geschaffen von dem
Künstler Valentin Feuerstein im Jahre 1983.

 
 
 
 
 
Wenn wir zuerst die waagrechte Bildfolge betrachten,
dann sehen wir links außen Noah in der Arche,
der von einem Vogel einen Ölzweig gebracht bekommt und
somit das Zeichen des Friedens nach der großen Sintflut.
 

Im dritten Bild von links offenbart sich Gott
dem Mose im brennenden Dornenbusch.

 

 

   

 

 
  Im Bild weiter rechts begegnet der
auferstandene Jesus dem Apostel Thomas,
der erst durch die Berührung der
Wundmale Jesu seinen Glauben bezeugen kann.
 
 

 

 
Dies dann aber tut mit dem unnachahmlichen Bekenntnis: "Mein Herr und mein Gott!". Jesus sagt dann zu Thomas und auch zu uns: "Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben!".
 

Ganz rechts am Ende der waagrechten Bildfolge
erkennen wir das "Neue Jerusalem",
der Ort wo alle Verheißungen in Erfüllung gehen; dort ,
wo alle Tränen getrocknet werden, wo kein Schmerz,
keine Trauer und keine Klage mehr sind.

 

die Vögel des Himmels die sich aus
dem Reichtum der Natur ernähren

 
 
 
 
 
 
 
In der senkrechten Bildfolge sehen wir
über dem Tabernakel die Bilder der
"Gleichnisse vom Himmelreich"
 
 
 

die Blumen des Feldes, die ein schöneres "Kleid" haben,
als König Salomon in aller seiner Pracht

 

der Schatz im Acker, für den der Kaufmann
all sein Hab und Gut verkauft um diese Perle zu erwerben.

 

Im oberen Bildteil schaut ein Auge uns an, das aus der Umgebung aufbricht
und uns mit hinein nehmen will in das Wort des
Dichters Antoine de Saint Exupery:
"Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt dem Auge verborgen".

 
An den beiden Seitenwänden des Chores finden wir links eine Statue des Herz-Jesu und rechts eine Muttergottes mit Kind.
 

Die Herz-Jesu-Statue ist eine Arbeit aus dem
Ende des 19. Jahrhunderts
[Leihgabe der Liebfrauen-Pfarrei,  Karlsruhe],

 

die Madonna mit Kind stammt aus der
Wiener Schule Raffael Donners, um 1730.

 
 Die Fenster wurden in den 50er-Jahren von der Glaswerkstatt P. Meysen aus Heidelberg gefertigt,
nach den Entwürfen des Freiburger Künstlers Alfred Riedel.
Sie zeigen die Symbole der vier Evangelisten.
Diese Symbole finden Sie auch auf der Vorderseite der Ambo-Stele als Bronze-Plastik.
 

Wenn Sie nun von vorne zurück schauen zum Haupteingang sehen Sie den Orgelprospekt, eine Steinmeyer-Orgel, gebaut 1956.
renoviert 2015

 

Nach links kommen Sie zur Kapelle.
Diese Kapelle wurde gebaut als Taufkapelle,
später erweiterte sich die Nutzung hin zur "Werktagskirche"
und heute zu einem vielseitig verwendbaren Meditationsraum.

 
 

Bemerkenswert sind die Glasfenster auf der linken Seite,
sie zeigen das gebrochene Herz Jesu, (siehe auch WN v. 24.6.06)
ebenfalls vom Künstler Valentin Feuerstein aus dem Jahr 1955.

 
 Der Taufstein ist aus weißem Marmor, der Deckel eine Bronzearbeit mit dem Motiv des "reichen Fischfangs". Der Taufbrunnen erinnert uns an die eigene Taufe, die Zugehörigkeit zu Christus in der Gemeinschaft der Glaubenden, der Kirche.
 
Neben dem Taufstein steht ein großer Kerzenleuchter mit der Osterkerze. Die Osterkerze erinnert an die Auferstehung Jesu und an unsere Hoffnung auf unsere eigene Auferstehung und das ewige Leben bei Gott. Sie bringt mit ihrem Licht zum Ausdruck, dass das Leben stärker ist als der Tod. Für jedes Kind, das hier getauft wird, entzündet wir die Taufkerze an der Osterkerze. Mit diesem Symbol erhält jedes Taufkind schon jetzt Anteil an der Auferstehung und am ewigen Leben. 
 
 
 An der Stirnwand steht eine Pieta

(Schmerzensmutter) aus Böhmen,

 

auf der gegenüberliegenden Seite eine Josefs-Figur

 
Wenn Sie sich nun wieder dem Kirchenraum zuwenden, ist es Ihnen vielleicht ein Anliegen,
das eben Erlebte und Erfahrene in ein Gebet zu fassen und dies vor Gott zu tragen.
Scheuen Sie sich nicht in eine Kirchenbank zu gehen und sich dort hinzusetzen oder zu knien.
Vielleicht gelingt Ihnen das nicht so "richtig", dann nehmen Sie eine Kerze und
entzünden sie diese an einer bereits brennenden Opferkerze
und stellen diese auf den Kerzenständer. Auch das kann "Gebet" sein.
Jede Kerze, die Licht spendet, ist ein Stück "Licht für die Welt" und
erinnert an den Auftrag Jesu an die Menschen, auf ihre Art Licht für andere" zu sein.
Wenn Sie dann die Kirche wieder verlassen, denken Sie an die Betrachtung der beiden Eingangstüren
und des Christus-Mosaiks über dem Haupteingang.
An den jeweiligen Ausgängen lädt sie das Weihwasserbecken ein,
mit dem gesegneten Wasser ein Kreuzzeichen zu machen.
So stelle ich mich unter der Segen Gottes.
Beim Betreten und beim Verlassen der Kirche erinnere ich mich dadurch an meine Taufe,
und ich gebe mich als Glaubender / Glaubende zu erkennen:
 
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
 
 
Wir, die Herz-Jesu-Gemeinde, bedanken uns für Ihren Besuch in unserer Kirche und
hoffen Sie konnten ein wenig zur Ruhe kommen und mit Ihren Gedanken bei Gott sein.
 
Das ist das Wesentliche, was ein Kirchenraum– ein Gotteshaus –  „sagen" will:
Gott steht zu uns, er gibt Halt und Schutz.
Gott gibt Orientierung, wie die Zeichen des Himmels und der Gestirne.
Gott ist der tiefste Grund unserer Freude.
Gott ist oft unauffällig da, er sieht nicht auf Äußerlichkeiten.
Es kommt ihm auf etwas anderes an, z.B. Liebe, Aufrichtigkeit, Toleranz, Güte und Menschenfreundlichkeit.
Es kommt ihm darauf an, dass wir „mit dem Herzen sehen".

Text:  Günter Huth, Diakon    © Huth 2002